Warum eine Trauerfeier filmen lassen?
Ein Mitschnitt ist kein „Filmen um des Filmens willen“. Er ist ein Dienst an denen, die nicht dabei sein können – und manchmal auch an denen, die dabei waren, aber den Moment noch einmal erleben möchten. Dabei gibt es viele Gründe, warum Menschen bei einer Trauerfeier nicht dabei sein können – und jeder einzelne ist nachvollziehbar.
Angehörige im Ausland
Der Sohn lebt seit zehn Jahren in Australien. Ein Flug zum Termin ist weder möglich noch finanzierbar. Er möchte sich aber verabschieden, in seinem Tempo, an seinem Ort. Ein Mitschnitt der Trauerfeier ermöglicht ihm das.
Krankheit oder Gebrechlichkeit
Die 92-jährige Schwester des Verstorbenen ist bettlägerig. Zu einer Trauerfeier könnte sie nicht kommen, aber sie möchte trotzdem dabei sein und sich später immer wieder erinnern können, wenn die Kraft dazu reicht.
Kinder und Enkelkinder
Der Enkel ist drei Jahre alt. Beim Abschied war er bei den Eltern, aber wirklich verstanden hat er noch nicht, was passiert ist. In ein paar Jahren wird er fragen, wer sein Opa war. Eine Aufnahme der Trauerfeier zeigt ihm, was die Familie, Freunde und Wegbegleiter damals über den geliebten Menschen gesagt haben.
Die Trauernden selbst
An dem Tag selbst nimmt man vieles nicht wahr. Die Trauerrede, die Musik, das, was andere gesagt haben, all das verschwimmt. Viele Angehörige möchten später die Möglichkeit haben, den Moment noch einmal bewusst zu erleben, mit dem Abstand, der erst mit der Zeit kommt.